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Aktuelles zu Corona

Coronavirus/ Covid -19/ SARS Co-19

Allgemeine Sprechstunde ab sofort:  9 - 12 Uhr. Kommen Sie nicht unangemeldet in die Praxis.
Patienten mit JEGLICHEM Atemwegsinfekt (HNO/Rachen/Bronchien, etc) oder jeglichem anderen Infekt werden in räumlichen und zeitlichen Abstand und AUSSCHLIEßLICH nach Voranmeldung zwischen 12 und 14 Uhr gesehen.

5.5.2020:
Die erste Welle ist vorbei. Ob, wann, und wie die nächste Welle kommt, wird sich zeigen.
Sie sehen es an den Zahlen: nicht nur in Deutschland gehen die Neuinfektionen zurück, die Zahl der aktuell Erkrankten sinkt beständig.
Das bestätigt sich auch in meiner täglichen Arbeit:
ich habe seit ein paar Wochen keinen Coronaerkrankten mehr gesehen.
Das kontrastiert scharf mit dem öffentlichen Bild.
Was wir hätten vor 6-8 Wochen tun sollen, geschieht jetzt: die Gesellschaft ist hochgerüstet, keiner mehr ohne Mund-Nasenschutz. Inzwischen bekommen sogar die Ärzte das Material, was sie vor zwei Monaten dringend gebraucht hätten.
Sie erhalten jetzt aus den Medien alles, was Sie wissen müssen und vieles, was keinen interessiert. Medizinisch gibt es momentan nichts zu berichten, was für Sie relevant wäre.
Was nun folgt, ist gesellschaftlicher Natur.
Wir müssen uns klarwerden, was wir priorisieren, und dies von den Politikern einfordern. Die Debatte läuft.
Meine Aufgabe hier ist zunächst beendet.
Ich werde Sie an dieser Stelle weiter und wieder informieren, wenn dies notwendig ist, weil wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen, die Ihr Leben beeinflussen.

 

27.4.2020:
weiterhin gibt es keine Neuigkeiten vom Virus.
Etwa hundert in meiner Praxis durchgeführte Antikörpertests bestätigen, was wir zu wissen glauben:
-  der Test ist nur bei Menschen positiv, die tatsächlich entsprechende Krankheitssymptome hatten
-  manche Lebenspartner infizieren sich ebenfalls, andere bleiben trotz großer Nähe gesund.
-  die Antikörperbildung kann in Einzelfällen erst 8 Wochen nach der Erkrankung nachweisbar sein.
-  insgesamt ist die erfolgte Ansteckungrate in der Bevölkerung unter 5%

Was bedeutet das?
Einerseits wird uns das Virus noch eine Weile begleiten.
Andererseits: es ist kein Monster.
Weder ist es sehr ansteckend, noch bringt es die Leute um.
Meine erkrankte Patienten erfreuen sich inzwischen all wieder bester Gesundheit (und haben Antikörper entwickelt).

Das bedeutet auch, dass die Todesfallzahlen in Italien, Spanien, und vor allem den USA nicht der Biologie des Virus geschuldet sind, sondern vor allem den organisatorischen und sozialen Faktoren in diesen Ländern.
Es sterben die Alten, die Schwachen, die sehr Kranken, die sozial Benachteiligten
Das allerdings ist eine Binsenweisheit. Jeglicher Allgemeininfekt kann Menschen in dieser Situation umbringen.

Wir können dies im Falle hohen Alters und schlechter Allgemeinsituation nicht ändern.
Die sozialen Verhältnisse wären bei gutem Willen wohl schon zu ändern. Und das galt auch vor dieser Ansteckungswelle.

Wenn Herr Schäuble (über den man denken kann, was man will) jetzt sagt, dass nicht das Leben, sondern die Würde des Menschen unantastbar ist, dann ist dies genau so zu verstehen. Der Tod ist die einzige unabänderliche Wahrheit in unserem Leben.
Die Würde des Menschen zu erhalten, ist unsere Aufgabe.

Ich glaube nicht, dass es gerechtfertigt ist, unsere Gesellschaft ins Chaos zu stürzen, damit Menschen im Altenheim nicht sterben.
Jeder Mensch dort ist im allerletzten Abschnitt seines Lebens.
Mein Vater ist kurz nach Weihnachten in hohem Alter mit einer Hirnblutung und einem Infekt gestorben. Er wollte dies vor seiner Demenz nicht, also haben wir ihn auch nicht in Krankenhaus zurück gebracht. Er ist im Heim in seiner gewohnten Umgebung gestorben, und ich habe dafür gesorgt, dass dies in Würde, ohne Schmerzen, und gemäß seinem Willen geschieht. Für mich persönlich war das sehr belastend, aber es war richtig so.
Im Falle einer Coronainfektion hätten wir uns nicht anders verhalten.

Glauben Sie denen nicht, die das Leben der Alten und Kranken mit Ihrem persönlichen Wohlergehen aufwiegen wollen.
Das ist nicht richtig und nicht nachvollziehbar.

Die momentanen öffentlichen Maßnahmen sind unübersichtlich, häufig nicht plausibel, nicht selten kontraproduktiv (Maskenpflicht im Supermarkt). Weiterhin wird nicht einheitlich kommuniziert.
Es ist an der Zeit, den Menschen die Angst zu nehmen und die Hysterie wieder zurückzufahren. Angst ist kein guter Ratgeber und sie ist nicht gerechtfertigt in der jetzigen Situation.

Man kann mit den Menschen reden, und in Deutschland hat sich gezeigt, dass viele vor der Politik schlau genug waren, eine rasche Ausbreitung zu verhindern.
Die finanziellen und sozialen Probleme rücken zunehmend in den Vordergrund. Die müssen wir alle gemeinsam lösen. Wir müssen anfangen, darüber zu reden und Lösungen jenseits der bisherigen Denkstrukturen zu finden. Das sind wir allen schuldig, und gerade die ganz Alten sehen dies häufig genau so.

 

22.4.2020:
Corona und Schulen.
Die Wiedereröffnung der Schulen stellt aus meiner Sicht ein Hauptproblem im weiteren Verlauf dar.
Gründe:
1. Kinder und Jugendliche infizieren sich mit SARS Co-19 ohne notwendigerweise Symptome zeigen zu müssen.
2. Während von Erwachsenen theoretisch Einsicht und Disziplin erwartet werden kann, ist dies bei Kindern nicht sinnvollerweise zu erwarten.
3. Die Schulen waren schon vor der Pandemie unterfinanziert, personell unterbesetzt, und baulich in schlechtem Zustand.
4. Lehrer sind Beamte und haben ein besonderes Arbeitsrecht und (mindestens momentan) keine adäquate betriebsärztliche Versorgung.
Folgen:
nach Wiedereröffnung der Schulen ist ein Ansteigen der Infektionen unter den Schülern zu erwarten. Da diese zum Teil ohne Symptome sein werden, erfolgt eine weitere Ansteckung von Lehrern, Eltern, Verwandten, etc.
Als älterer Lehrer mit Organerkrankung würde ich den Freistaat auf fahrlässige Tötung verklagen.
Es sei denn, an den Schulen würden entsprechende Maßnahmen durchgesetzt:
- Masken für alle Schüler während der gesamten Zeiten des Miteinanders
- Verkleinerung der Schulklassen auf 1/3 der bisherigen Größen
- ausreichende Möglichkeiten der Händedesinfektion für alle
Dies ist unter den gegebenen Umständen wohl kaum realisierbar.
Die Bundesländer müssten ein massives Finanzierungsprogramm der Schulen starten, um die Voraussetzungen zu schaffen.
Allein schon die die Einstellung von Lehrern und die Schaffung von Schulraum ist massiv aufwändig.
Da die Schulen in der Vergangenheit im gleichen Maße vernachlässigt wurden wie der öffentliche Gesundheitsdienst, lassen sich die notwendigen Maßnahmen dort ebenso wenig realisieren wie dies bei den Gesundheitsämtern der Fall ist. Zudem zeigt sich anhand des online Lernens wie fantasielos und unkreativ die Entscheider im Schulbereich agieren.
Die Generation meiner Eltern hat jahrelang während des Krieges keinen adäquaten Unterricht gehabt. Daran ist keiner gestorben. Das waren die Menschen, die Deutschland zu wirtschaftlicher Größe geführt haben.
Wir haben uns angewöhnt, die Schule als Betreuung unserer Kinder anzusehen. Unser Wirtschaftssystem funktioniert nicht mehr, wenn wir unsere Kinder nicht fremdbetreuen lassen. Ich befürchte, dass dies auch im Vordergrund steht bei der Entscheidung, die Schulen wieder zu öffnen.
Die Wiesn abzusagen war ohne Zweifel konsequent. Die Schulen aber sind das größere Thema.

20.4.2020:

Corona.RKI

Dieses Schaubild wurde vom Robert Koch Institut am 9. April veröffentlicht.
Es zeigt die berühmt-berüchtigte Reproduktionszahl des Coronavirus (wie viele andere werden von einem Infizierten angesteckt).
Sie sehen, dass diese Zahl schon vor dem 23. März unter 1 gesunken war. Seither ist die Zahl der neu angesteckten und der gesundenden Menschen gleich.

Am 23. März wurden die Kontaktsperren, der lockdown des öffentlichen Lebens, in Kraft gesetzt, mithin nachdem die Reproduktionszahl unter die gewünschte 1 gesunken war.
Die Reproduktionszahl ist nicht mehr angestiegen.
Auch aus meiner täglichen Erfahrung scheint sich zu bestätigen, dass sich nur noch wenige Menschen anstecken.

Im Nachhinein ist es immer leicht schlau zu sein.
Es geht nicht darum, den lockdown zu kritiseren. Er kam zu spät, war aber gerechtfertigt.

Jetzt aber darf man die Gesellschaft wieder aus der Haft entlassen. Demokratische Rechte müssen wieder in Kraft gesetzt werden.
All die großen Aufspieler vom Gesundheitsreferat der Stadt München bis zum Ministerpräsidenten können jetzt wieder von der Bildfläche verschwinden und sich mit der Arbeit beschäftigen, die sie vorher schon hätten tun müssen. Dann wären wir nicht in diese Situation hereingeschlittert. Es wäre schön, wenn die Medien die Hysterie beenden würden und den oben genannten endlich keine Bühne mehr bieten würden.
Jetzt müssen wir die Menschen nicht mehr vorrangig vor der Infektion, sondern vor den finanziellen und sozialen Folgen des Stillstandes retten.
Wir müssen uns daran erinnern, welche vor der Krise die Themen waren, die der Bearbeitung harren.

Ich werde sie so lange weiter informieren, solange es Neues zu berichten gibt.

16.4.2020:
Es ist nicht zu erwarten, dass es viel relevante Neuigkeiten zur Infektion und deren Folgen gibt. Ein kompletteres Verständnis wird erst in den Folgejahren zu erreichen sein. Aber was wir jetzt wissen, reicht vollkommen aus, um die Infektion zu regulieren.
Intensivmediziner merken, dass Beatmung sich nicht immer nur positiv auswirkt. Das ging uns vor 20 Jahren schon so.
Die Neuinfektionen nehmen ab, es gibt weiterhin nur wenige schwere Fälle.
Es scheint momentan so, als ob wir in zwei Jahren erkennen werden, dass es "uns zum Glück nur mit dem Coronavirus" erwischt hat.
Ich habe Sie jedes Jahr per mail vor einer kommenden Influenza-Pandemie gewarnt.
Wenn es Influenza statt Corona gewesen wäre, würden wir jetzt Millionen Tote zählen.
Die Gnade der Pandemie mit "nur" Corona gibt allen untätigen Verantwortlichen die unverdiente Gelegenheit, sich als Macher zu profilieren und die Pandemieübung "warm" durchzuführen, deren Vorbereitung und Durchführung sie seit Jahren und Jahrzehnten kalt versäumt haben.
Auch die Stadt München verbreitet über ihren obersten Pandemiearzt unsägliche Informationen und leitet sechs Wochen zu spät Maßnahmen ein, die schon jetzt nicht mehr relevant sind.
All das kostet viel Geld.
Die sozialen Folgen werden ungleich größer sein als die gesundheitlichen.

Die Kommunikation "von oben nach unten" ist weiterhin mangelhaft und vollständig.
Angesichts der Verhaltensweisen unserer Mitmenschen wird klar, dass "Aerosol" noch immer ein unverstandenes Konzept ist.
Wenn wir alle die Verbreitung des Virus per Aerosol verstanden haben, ist das wichtigste schon geschafft.
Und leider werden wir noch länger mit dem Phänomen und seinen Folgen zu tun haben.

Osterwochenende:
wie immer über Wochenende und Feiertage gibt es keine offiziellen statements.
Da die Medienleute ja auch ihr Geld verdienen müssen, wird halt irgendwas geschrieben.
Ignorieren Sies einfach. Es gibt keine wesentlichen Neuigkeiten.
Stay calm and drink tea!

8.4.2020:
Antikörpertests sind jetzt für die Öffentlichkeit verfügbar.
In der Praxis können also sowohl Erregernachweis (Abstrich) als auch der Nachweis einer überstandenen Infektion (Antikörper IgM und IgG, ELISA-Test). durchgeführt werden.
Nachtrag:
Die Kosten für den Test für IgM und IgG liegen bei ca 55 €, der Großteil davon wird Ihnen vom Labor in Rechnung gestellt.
Auch für gesetzlich versicherte Menschen sind diese Tests (anders als der ärztlich veranlasste Rachenabstrich) kostenpflichtig.

5.4.2020:
Schluß jetzt !
Da ich meine Einträge nicht lösche, können Sie sehen, was ich in der jeweiligen Phase gedacht und vorhergesagt habe.
Vor sechs Wochen habe ich vor einer möglichen Gefahr durch das SARS Co-19 gewarnt. Die Verantwortlichen im Lande haben tief geschlafen und sehr spät auf eine Bedrohung reagiert.
Das 2012 in Auftrag gegebene Katastrophenszenario war vergessen und auf Länderebene nicht umgesetzt worden. Die Folge: Mangelsituationen allenthalben im medizinischen Bereich. Alle wurden „kalt erwischt", wenig bis nichts war jemals geübt worden.
Schüler gingen in die Schule, als ob nicht wäre, eine Kommunalwahl wurde durchgeführt, als ob nichts wäre.
Als den Verantwortlichen schließlich dämmerte, hier könnte ein Problem entstehen, kam dann rasch der shutdown. Es zeigte sich, dass nichts vorgedacht und –geplant worden war.
Es wurden viele Grundrechte außer Kraft gesetzt und eine staatlich gelenkte Rezession in Kraft gesetzt. Die Öffentlichkeit nahm zur Kenntnis, dass es Virologen gibt, und wie man dieses Wort schreibt.
Seither befinden wir uns in einem außergewöhnlichen Zustand der dritten Art, dessen Ende nicht absehbar ist. Politiker im Amt üben sich in unterschiedlichen Ausmaß im Caesarentum, die Medien heizen die diffuse Panik nach Vermögen auf. Die Banken spielen eine ganz unrühmliche Rolle.
In der Bevölkerung sind zunehmende Aggression oder Angst bei impertinenter Dummheit oder erbärmlichem Aberglauben zu beobachten. Wir sind nicht viel schlauer geworden seit den Zeiten der Pest. Berechtigt ist sicher die Angst vor wirtschaftlichen Folgen.

Entlassen wir die Virologen wieder von den Bühnen. Sie machen ihre Arbeit besser in ihren Labors. Und sie sind gut! Beschneiden wir bald wieder die Alleinherrschaft der Söders und Kollegen. Kehren wir langsam zurück zur Normalität! Gehen wir die Probleme an, die vor Corona brennend waren und darüber in Vergessenheit geraten, aber keineswegs gelöst sind!

Trotz des erbärmlichen Versagens von Politik und Behörden haben Wissenschaftler, Pfleger, Ärzte, und viele andere Bürger in ihren jeweiligen sozialen Bereichen es geschafft, dass die Kurve der Neuansteckungen flacher geworden ist.

Das Thema SARS Co-19 ist noch lange nicht vorbei, das wird uns noch eine Weile begleiten.
Aber:
Wir dürfen nicht zwei Generationen nach Hause schicken und dem Ruin anheimgeben, weil ein Virus (möglicherweise) alte und kranke Menschen tötet.
Alte und kranke Menschen sind verwundbar. Sie brauchen keinen Arzt, um das zu verstehen. In allen Zeiten der Menschheit haben Infektionen Alte und Kranke zuerst getötet. Die Politik setzt gerade das Überleben dieser Menschen gegen das Wohlergehen der restlichen Bevölkerung. Dies ist nicht nur falsch, sondern auch unlauter.
Noch vor hundert Jahren wusste jeder, dass der Tod immer an der nächsten Ecke wartet. Es gab weder Antibiotika noch Intensivmedizin. Die Fortschritte der Medizin haben Seuchen aus dem Bewusstsein verdrängt, die noch im ersten Weltkrieg Alltag waren, und an denen jährlich Millionen Menschen gestorben sind. Auch in meiner täglichen Arbeit als Arzt sehe ich, dass wir häufig vergessen, dass es neben unseren „Zivilisationserkrankungen" Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall (in immer höherem Alter) weiterhin (unheilbare) Infektionen gibt.
Die Bilder von beatmeten Patienten auf der Intensivstation haben nicht unmittelbar mit Coronainfektion zu tun. Dieser Zustand ist die Endstrecke einer jeglichen Erkrankung, wenn sie schwer ist oder lang genug andauert. Und nicht selten steht der Tod am Ende aller ärztlichen Bemühungen. Während meiner intensivmedizinischen Jahre sahen meine Patienten kein bisschen anders aus, wenn sie an Sepsis, Herzinfarkt, Malaria,.....erkrankt waren. Und jedes Mal ist das für alle Beteiligten etwas, das sie betroffen macht.
Damit Angst vor der Covid-Erkrankung zu schüren, ist schlicht unverantwortlich.

Zurück zu den Zahlen, dann wird alles viel einfacher:
Johns Hopkins meldet heute 97.000 Angesteckte in Deutschland und knapp 1500 im Zusammenhang mit einer SARS Co-19-Infektion Verstorbene.
Man könnte jetzt eine Sterblichkeit von 1,5% errechnen. Das wäre eine nicht sehr hohe Sterblichkeit. Sie ist aber immer noch zu hoch:
1. sind nicht alle 1500 unmittelbar an der Infektion gestorben (man hat nur beim Tod festgestellt, dass sie AUCH eine Infektion hatten)
2. rechne ich mit einer etwa zehnfach höheren Zahl von Angesteckten (viele haben nichts oder wenig bemerkt, oder es gab keine Möglichkeit zur Testung). Dann wäre die Sterblichkeit 0,15% oder niedriger.
Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte.

Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 940.000 Menschen. Viele sind alt und/oder krank.
Es sterben knapp 350.000 Menschen an Herz-Kreislauferkrankungen (sie sind definitionsgemäß alt und/oder krank),
knapp 230.000 Menschen sterben an Krebserkrankungen,
knapp 70.000 Menschen sterben an Krankheiten der Atemwegserkrankungen

In den späten Wintermonaten sterben immer mehr Menschen als in den restlichen Monaten des Jahres, Bsp. 2018:
Februar 85.000
März 107.000
April 80.000
Mai 75.000
Im März 2018 hatten wir z.B. eine „Übersterblichkeit" von 25.000 Menschen, weil die Influenzawelle in diesem Jahr heftiger war als sonst. Allein in Berlin starben 1.100 Menschen an den Folgen der Influenza (fast so viele wie bislang in Deutschland im Zusammenhang mit SARS Co-19).
Auch an Influenza sterben meist alte und/oder kranke Menschen. Daher jedes Jahr der dringende Appell, sich doch bitte impfen zu lassen (meist ungehört verhallt).

Wenn jetzt Politiker an uns appellieren, die Alten zu schützen, wenn sie deren Wohl gegen das Wohl aller stellen, dann ist das falsch und unlauter.
Auch ein noch so groß angelegtes Quarantäneprogramm kann nicht verhindern, dass zuerst Alte und Kranke sterben. Man möchte uns gerne suggerieren, dass wir demnächst unsterblich sind, und dass dies eine Errungenschaft der verantwortungsvollen politischen Weitsicht ist.
Aber keiner von uns kommt hier lebend raus. Und auch wenn der Mensch sich unter anderen dadurch auszeichnet, dass er über seine Biologie nachdenken und sie in gewissem Masse beeinflussen kann – er kann sich nicht außerhalb der biologischen Gesetze stellen.

Die Kurve ist also abgeflacht. Unsere Krankenhäuser und die im Gesundheitssystem arbeitenden Menschen machen ihre Arbeit unter schwieriger Konstellation ganz hervorragend.
Das Virus ist dann sehr gefährlich, wenn Staaten schlecht organisiert sind oder kein gut funktionierendes öffentliches Gesundheitswesen haben.
Wir hätten uns viel besser vorbereiten können. Jetzt aber sehen wir ziemlich gut aus. Dies ist weniger der Verdienst der verantwortlichen Staatslenker, sondern das Verdienst von Ihnen allen. Gratuliere!

Deshalb:
NEIN, sie sterben jetzt nicht (jedenfalls mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit an SARS Co-19)
NEIN, kein Grund zur Hysterie
NEIN, wir müssen keine Riesenrezession herbeiführen, um Alte und Kranke zu retten
NEIN, Amtsinhaber im Rampenlicht und Medienleute haben nicht immer nur Ihr Wohl im Sinne
NEIN, das Virus wird Sie nicht auf mysteriöse Weise befallen.
NEIN, andere Menschen sind keine Feinde

JA, halten Sie Abstand (2m, und alles ist gut)
JA, Sie dürfen jemandem auf dem Gehweg begegnen, ohne auf die Strasse auszuweichen und dort überfahren zu werden (wie gesagt, das Virus "fällt" Sie nicht an, sondern befindet sich in Tröpfchen, sogenannten Aerosolen, z.B. beim Husten).
JA, wir brauchen rasch Antikörpertests, um zu sehen, wie viele Menschen schon immun sind.
JA, wir müssen uns um eine App bemühen, die hilft, ohne die Menschenrechte außer Kraft zu setzen.
JA, wir sollten in etwa einer Woche sehen, dass wir Beschränkungen lockern können.
JA, gesunder Menschenverstand ist immer Trumpf

In den USA wütet das Virus tatsächlich.
Im politischen System der USA stand Freiheit immer vor Sicherheit. Beides zusammen geht nur unter Abstrichen (denken Sie darüber nach!)
Hier sehen wir, was man alles falsch machen kann.

Wenn diese Situation vorbei ist, vergessen Sie bitte nicht so rasch, wer was gemacht hat in der Krise.
Entscheiden Sie sich, wie Sie unsere Gesellschaft gestaltet haben wollen.
Messen Sie die Verantwortlichen und deren Taten an dem, wofür Sie stehen.
Ziehen Sie die Amtsträger zur Verantwortung. Wählen Sie.
Wir müssen das ändern, was zu dieser Situation geführt hat. Jeder einzelne und alle zusammen.

Quellen:
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/_inhalt.html;jsessionid=E45926BD89EE36300DBE2C9132CB58A1.internet8742

https://coronavirus.jhu.edu/map.html

Weiterer link:

 

2.4.2020:
Das Plasmazentrum München sucht Plasmaspender, die Covid durchgemacht haben. Patienten bekommen 400 Euro für die Spende. Das Plasma wird zur Validierung für Antikörpertests benötigt.
Adresse

1.4.2020:
da mich meine Patienten mit der notwendigen Schutzausrüstung versorgt haben (danke!), können ab sofort Corona-Erregertests in der Praxis durchgeführt werden.
Dies wird nur dann gemacht, wenn es infektiologisch sinnvoll ist oder therapeutische Konsequenzen hat.
Tests werden nur nach Voranmeldung ausgeführt.
Die Ergebnisse liegen am Folgetag vor.

31.3.2020:
Medizinisch gibts nichts Neues. Der nächste Durchbruch wird erfolgen, wenn ein Antikörpertest zur Verfügung steht.
Nach jetzigem Kenntnisstand entwickeln Menschen nach Kontakt mit dem Virus Antikörper, die Immunität verleihen.
Das bedeutet: wer Antikörper hat, kann nicht mehr angesteckt werden und wird auch niemanden anstecken.
Antikörper-positive Menschen können dann theoretisch wieder jeglicher Betätigung nachgehen.

Ansonsten:
wie erwähnt haben wir uns die Misere selber eingebrockt. Und vor allem haben die Entscheidungsträger in unserer Gesellschaft es geschehen lassen, dass wir völlig unvorbereitet in dieser Situation sind.
Schauen Sie mal hier. Ab Seite 57 wurde 2013 eine Risikoanalyse durch den deutschen Bundestag in Auftrag gegeben. Vergleichen Sie die Prognose mit der Realität.
Regierende sind immer Kriegsgewinnler - es sei denn sie (das heißt dann: wir) verlieren alles.
So sehen die Damen und Herren, die Verantwortung für die Misere tragen, jetzt alle ganz passabel aus. Einfach weil sie die Handelnden sind. Was aber passiert wirklich?
In Bayern sehen wir nur noch Herrn Söder. Frau Huml (das ist unsere Ministerin für Gesundheit) darf dabei stehen. Ich befürchte, darauf beschränkt sich überhaupt ihre Rolle. Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Landesgesundheitsamt (Bayerisches Landesamt für Gesundheit, LGL), und städtische Gesundheitsämter haben kläglich versagt und sind bislang noch immer nicht in der Lage Substanzielles beizutragen.
Die Kommunalwahl (ganz nebenbei) hätte natürlich so auch nicht stattfinden dürfen.
Die ach so verhassten Krankenhäuser werden jetzt zwangsweise kurzfristig gerettet. Dafür gehen Apotheken und Arztpraxen jetzt kaputt. Das merken alle aber erst wieder, wenns schon passiert ist. Das digitalisieren wir dann einfach.
Engpässe bei Medikamenten entstehen z.T daurch, dass bürokratische Verodnungen nicht einfach außer Kraft gesetzt werden (die Apotheker dürfen weiterhin kein Schilddrüsenmedikament eines Herstellers durch das eines anderen ersetzen. In "Friedenszeiten" absolut wünschenswert, jetzt der schiere Unfug!)
Meine Damen und Herren: wars das schon?
Wieviel schlaue IT-Leute brauchen wir, um in welcher Zeit eine bundes- oder mindestens länderweite Plattform zu erstellen, wo wir alle angeben können, was wir beitragen können: Desinfektionsmittel, Arbeitskraft, Masken, etc.
Kann eigentlich nicht so lange dauern: Corona-Ebay - nur eben mit staatlicher Kontrolle, damits fair bleibt.
Wetten, es gibt ungeahnte Vorräte und Resourcen, nur keiner weiss es und keiner weiss, wo?!
(mich haben dankenswerterweise inzwischen Sie, meine Patienten, mit dem Material versorgt, dass ich auf normalem Wege nicht beziehen kann...)
Kriegen wir das hin mit der einzigen Gesundheits-App, die wir wirklich brauchen, nämlich der in Korea benutzten? Gewisse digitale Errungenschaften sind Gold wert.
Können wir vielleicht rasch die strukturellen Defizite angehen, die in den letzten Jahren immer offensichtlicher geworden sind: Schulen, Infrastruktur, Militär, etc. Statt den kleinen Betrieben Geld zu schenken (das wird sie nicht am Leben erhalten!), könnten sie dieses und mehr Geld verdienen, wenn der Staat diese Aufträge endlich vergeben würde, die schon lange hätten vergeben werden sollen. Leute, die jetzt dringend Arbeit suchen, werden anderswo dringend gebraucht.
Es scheint aber eher so, als ob der Staat das mühsam ersparte Geld mit vollen Händen zum Fenster rauswirft, nur um alle am Tropf des Sozialstaats zu halten. Und die Strukturdefizite sind nach Corona immer noch vorhanden. Nur dann haben wir alle kein Geld mehr
Handeln ist gut. Geplantes Handeln ist besser. Superhelden und Alphatiere sind für Comicbücher. Wir brauchen eher unauffällige Arbeitstiere, die früher Undenkbares jetzt rasch in die Tat umsetzen.

29.3.2020:
Die Zahlen der Testpositiven steigen weiter. Und langsam auch die Zahlen der Menschen, die wegen einer Infektion mit dem SARS C0-19 Virus im Krankenhaus behandelt werden müssen. Noch leben wir in Deutschland auf der Insel der Glückseligen, auch wenn der Mangel an Schutzausrüstung weiterhin nicht behoben werden kann.
Die Einschränkungen im Alltag sind erst eine Woche alt, es beginnen die Diskussionen, was wichtiger ist: Freiheit oder Leben/Gesundheit. Wirtschaftliche Folgen werden spürbar oder erahnbar. Es steigt die Unzufriedenheit, es steigen die Fälle häuslicher Gewalt.

Draussen beginnt der Frühling. Und am gestrigen Samstag war gut zu beobachten, wie der Mensch es nicht so einfach hinnehmen will, dass der Spass eingeschränkt wird. Die meisten haben sich an die Regeln gehalten.
Es war aber auch sichtbar, dass der Münchner seinen Spielplatz im Voralpenland oder am Gardasee jetzt in die unmittelbare Umgebung verlegt hat.
Bewegung an der frischen Luft stärkt das Immunsystem und ist förderlich, solange die allgemeinen Regeln der Distanzierung eingehalten werden.
Bitte bedenken Sie bei Ihren Aktivitäten aber folgendes:
Bislang haben wir alle vorausgesetzt, dass unsere Wochendbespassung ein Menschenrecht ist, das gefälligst stattzufinden habe. Währen die Generation meiner Eltern am Wochenende zum bei uns verhassten Sonntagsspaziergang aufgebrochen ist, hat sich eine Riesenindustrie entwickelt, die uns immer aufregendere und aufwändigere Aktivitäten als normal suggeriert hat. Und wenn sich jemand beim Klettern/Skifahren/downhill-racing/bungee-jumping, etc verletzt hat, ist selbstverständlich das "System" aktiv geworden - gesundheitliche Wiederherstellung, ganz ohne Entstehung von Kosten. Auch die Gehaltsfortzahlung war eine Selbstverständlichkeit.

Mit zunehmender Dauer der Pandemie achten Sie bitte auf risikofreie Betätigung. Bei entsprechender Auslastung der Krankenhäuser ist es durchaus möglich, dass Sie zum Beispiel mit einem gebrochenen Knöchel geröngt und wieder nach Hause geschickt werden - mit einem Schmerzmittel und einer Anti-Thrombose-Spritze. Der gebrochene Knöchel hat einfach keine Priorität, wenn im gleichen Krankenhaus Menschen sterben und andere um deren Leben kämpfen.
Der Knöchel wird auch ohne Operation zusammenheilen, das war auch vor zweihundert Jahren so. Es wird eine Defektheilung geben, und möglicherweise werden Sie nicht mehr richtig laufen können.
Bitte unterlassen Sie verletzungsträchtige und riskante Betätigungen, auch wenn sie von den Einschränkungen her nicht verboten wären.
Wir werden uns möglicherweise sowieso an andere Formen der "Freizeitgestaltung" gewöhnen müssen, wenn wir durch die harten Zeiten hindurch sind. Fangen Sie jetzt an.
Spinnen Sie die Gedanken weiter: Schwimmen wäre eine wunderbare Aktivität, sobald das Wetter warm ist. Ob wir diesen Sommer zum schwimmen gehen werden, ist aber noch fraglich. Kennen Sie einen schönen See, wo Sie alleine am Ufer sind?
Langweilig, uncool? Ja. Gewöhnen wir uns dran. Anders als zuvor werden wir ganz unmittelbar die Folgen unseren Verhaltens tragen müssen.

Noch glauben wir es alle nicht so recht, sind nur leicht irritiert. Einschränkungen machen nie Spass. Sie werden spürbar sein, unangenehm spürbar.

27.3.2020:
Wir habens gut in Deutschland. Wenn Sie daran zweifeln, schauen Sie sich die Zahlen anderer Industrienationen an!

Wenn Sie sich auf altmodische Medien verlassen (z.B Tagesschau/HEUTE), dann werden Sie auch neutral und gut informiert.
Bleiben Sie nicht in einer Blase (facebook, etc). Hier findest sich zu viel "Mist".
Ich vermisse eine zentrale Informationskampagne von Bund und Ländern.
Der öffentliche Gesundheitsdienst ist weiterhin überfordert, das ist nicht anders zu erwarten (wie weiter unten erläutert).
Skandalös ist, dass auch bis zum heutigen Datum an die niedergelassenen Ärzte keine Zeile der eigentlich dafür Verantwortlichen ergangen ist. Wir Ärzte informieren und helfen uns gegenseitig, wo es geht. Täten wir dies nicht, müssten wir die Praxen alle zuschließen! Von zentraler Steuerung nicht die Spur.
In München haben wir bislang nicht einmal eine Nachricht, ob und wann wir Desinfektionsmittel und Schutzkleidung beziehen können. Anderswo wird das schon lange verteilt. Dass hier noch nicht mehr Ärzte erkrankt sind, erscheint wie ein Wunder. Ich hoffe, meine Kollegen bleiben gesund.

Beim Durchschauen meiner Patientenakten ist mir heute wieder aufgefallen, wie viele von Ihnen mir Ihren Impfpass noch nie mitgebracht haben, und bei wie vielen von Ihnen Impfungen fehlen. Holen Sie dies sobald als möglich nach. gerade jetzt! Hier wenigstens erhalten Sie Schutz, und das auch noch ganz umsonst.

 

Informationen zum Verhalten:

Verhalten bei CORONA-INFEKT
Das neue Coronavirus ist eine Tröpfcheninfektion: Je näher Sie anderen kommen (<2m), desto leichter überträgt sich das Virus. Zudem sind Sie ansteckend, bevor Beschwerden auftreten. Um es nicht zu verbreiten, ist daher Abstand halten und Hygiene wichtig.
Unterbringung
Sie brauchen ein separates, gut lüftbares Einzelzimmer. Sie sollten sich nicht in gemeinschaftlichen Räumen, etwa Küche oder Wohnzimmer, aufhalten. Falls dies nicht zu vermeiden ist, lüften Sie regelmäßig die Räume (z.B. mit offenem Fenster). In Ihrem Zimmer sollten Sie allein schlafen. Falls unvermeidlich: Einzelbett mit > 1m Abstand zum nächsten Bett. Falls der Haushalt über zwei Toiletten verfügt, sollte eine davon ausschließlich Ihnen zur Verfügung stehen.
Kontakt mit anderen
Nicht erkrankte Angehörige, Freunde und Nachbarn können Ihnen helfen, etwa beim Einkaufen. Lebens-mittel dabei einfach vor der Tür abstellen. Wichtig ist, engen Körperkontakt zu vermeiden. Sie sollten keine Besucher empfangen; ist Kontakt unvermeidlich: Regelmäßig Hände desinfizieren (3ml Lösung auf die Handflächen, mind. 30 Sekunden einreiben), nicht ins Gesicht fassen. Dazu Desinfektionsmittel am Eingang zu Ihrem Zimmer platzieren.
Andere Haushaltsmitglieder
Alle Familien- und Haushaltsmitglieder, gerade um ältere Patienten mit Grunderkrankungen oder Immunschwäche zu schützen, sollten penibel auf eine einwandfreie Hygiene achten (Händewaschen nach jeder Verunreinigung, vor/nach der Essenzubereitung, vor/nach Mahlzeiten, nach Toilettengang). Türen/Türklinken möglichst mit dem Ellbogen öffnen, ggf. Handschuhe tragen (Baumwollhandschuhe täglich waschen/wechseln). Haushaltsmitglieder sollten aufpassen, nicht mit kontaminierten Gegenständen in Berührung zu kommen (z.B. Zahnbürste, Handtuch).
Schutzmaßnahmen.
Als Patient sollten Sie möglichst eine Atemschutzmaske tragen, die Mund und Nase bedeckt. Falls keine Maske verfügbar ist, Mund und Nase beim Husten oder Niesen mit Papiertüchern oder Taschen-tüchern bedecken und diese in einen geschlossenen Mülleimer entsorgen. In Ihrem Zimmer sollte die Pflegeperson eine Atemschutzmaske und Einmalhandschuhe tragen.

Umgang mit Atemschutzmasken
Atemschutzmasken sollten nur an den Halterungen berührt und entsorgt/gewechselt werden, sobald sie durchfeuchtet oder verschmutzt sind. Nach jedem Abnehmen von Maske und Handschuhen die Hände desinfizieren. Da Schutzmasken derzeit knapp sind, ist es umso wichtiger, die anderen Hygienemaßnahmen umzusetzen (2m-Abstand, „richtig husten/niesen", regelmäßig putzen, lüften).

Hygiene im Haushalt
Nutzen Sie ein eigenes Geschirr und Besteck, das regelmäßig gespült wird und nur Sie wiederverwenden. Oberflächen in Ihrem Zimmer (z.B. Nachttisch, Bettgestell, Türgriff) regelmäßig reinigen, Bad und Toilettenoberflächen > 1/Tag. Zum Reinigen von Oberflächen zuerst ein handelsübliches Reinigungs-mittel, danach ein viruzid wirksames Flächendesinfektionsmittel anwenden aus Drogeriemarkt oder Apotheke. Bei der Reinigung sollten Handschuhe getragen werden. Waschen Sie Kleidung, Bettwäsche und Handtücher mit normalem Waschmittel. Wäsche im Wäschebeutel sammeln und so wenig wie möglich anfassen. Handschuhe, Masken und Hygieneabfälle (z.B. Papiertücher als Handtuchersatz zum Händetrocknen) in Ihrem Zimmer in einem verschließbaren Behälter sammeln und entsorgen.
Wann endet die Quarantäne?
Hierzu halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt. Bei leichten Beschwerden ohne Klinikaufenthalt ist dies frühestens 14 Tage nach deren Beginn möglich, Zudem sollten mindestens 2 Tage keine Beschwerden mehr aufgetreten sein. Wurden Sie wegen schwerer Beschwerden in der Klinik behandelt, wird diese Sie wahrscheinlich zunächst in häusliche Isolation entlassen. Dann greift das Vorgehen wie bei leichten Beschwerden.

INFEKTE allgemein:
Ob Grippe oder das neue Coronavirus, es gibt viele Infekte, die mit Fieber (ab 37,8 Grad) einhergehen können. Hohes Fieber kann besonders geschwächte Personen betreffen. Hingegen kann bei Personen mit guter körpereigener Abwehr die gleiche Erkrankung mild verlaufen, Sie spüren etwa nur leichte Kopf-schmerzen oder Husten. Um den Körper fit zu halten, schlafen und bewegen Sie sich regelmäßig, reduzieren Sie Stress, ernähren Sie sich gesund und konsumieren Sie Genussmittel wie Alkohol zurückhaltend.
Bei Fieber ärztliche Rücksprache

Fieber (auch bis über 39 Grad) ist zunächst eine normale und gute Reaktion des Körpers, um eine Infektion zu bekämpfen – es regt die körpereigene Abwehr an. Wer ansonsten in einem gesunden Allgemeinzustand ist, dem müssen auch höhere Körpertemperaturen über mehrere Tage nicht zwingend schaden. Denn es kann für den Körper der richtige Weg sein, die Infektion selbst in den Griff zu bekommen – fiebersenkende Schmerzmittel wären dann zum Beispiel nicht sinnvoll.
Merke: Diese Einschätzung hängt stark von Ihrer persönlichen körperlichen Verfassung ab: Wenn Sie also derzeit an Fieber leiden, klären Sie mit Ihrem Hausarzt telefonisch, wie Sie sich verhalten sollen!

Tipps für die Fieberphase
Sofern Ihr Arzt rät, das Fieber zunächst nicht zu senken, brauchen Sie einen kontinuierlichen Kontakt zu einer betreuenden Person und eine (haus)ärztliche Begleitung. Besprechen Sie zum Beispiel mit Ihrem Arzt, bei welchen Beschwerden Sie ihn direkt anrufen sollten, und legen Sie sich zusätzlich auch die Telefonnummer des ärztlichen Notdienstes 116 117 bereit. Wann sollten Sie Ihren Arzt kontaktieren? Zum Beispiel wenn Sie nicht nur an Fieber, sondern auch an Dauererbrechen und Durchfall leiden, wenn Ihr Ruhe-Puls sehr schnell geht (>100/Min), sie sehr schnell atmen (> 25/Min), sich benommen oder sehr schläfrig fühlen oder wenn Sie Ihr Kinn nicht mehr auf die Brust senken können. Betreuungspersonen im gleichen Haushalt sollten zudem – besonders aufgrund des aktuellen Coronavirus – die Hinweise zur häuslichen Isolation beachten
In der Fieberphase werden folgende Maßnahmen empfohlen:
- Dokumentieren Sie Ihre Beschwerden 1-3 Mal täglich (z.B. morgens, mittags, abends).
- Messen Sie dabei Ihre Körpertemperatur; mindestens 1 Mal am Abend (20-22 Uhr) im Po (sogenannte Rektaltemperatur).
- Bleiben Sie während der Fieberphase in der warmen Wohnung. Lüften Sie tagsüber alle 2-4 Stunden für etwa 10 Minuten. Achten Sie darauf, dass Sie keine Zugluft abbekommen.
- Je höher das Fieber, desto wichtiger ist es, dass Sie regelmäßig trinken (Faustregel: Erwachsene mindestens 2 L/Tag, Kinder etwas weniger). Dazu eignen sich am besten Wasser oder Tee (s. unten). Wenn gewünscht auch verdünnte Fruchtsäfte – Diabetiker sollten hier jedoch vorsichtig sein. Nach jedem dritten Getränk, sollte an Salziges gedacht werden, etwa Hühnerbrühe, Suppe oder Gemüsesaft.
Merke: Ab 38,5 Grad Rektaltemperatur steht Trinken vor Essen, wenn überhaupt ist nur zu leichter Kost zu raten (zum Beispiel pürierte Gemüsesuppe oder Brei).

Zur Erklärung: Bei Fieber regelt der Körper die optimale Temperatur für den Infekt durch Schwitzen. Dabei gehen Flüssigkeit und Mineralstoffe verloren und müssen daher nachgeliefert werden.
- Achten Sie generell auf eine leichte Kost mit gedünstetem Gemüse, Blattsalat, Gemüse- oder Fleischbrühe, frisches Obst. Reduzieren Sie Fleisch, Wurst, Fisch, Eier und Milchprodukte.
- Wenn Ihre abendliche Fiebermessung (s.o.) erstmals wieder normal ist (unter 37 Grad), können Sie am Folgetag einen kurzen Spaziergang unternehmen.

Husten
Da Husten Ihre Atemwege reizt, versuchen Sie dies möglichst zu vermeiden. Wenn Sie husten, dann am besten in kleinen Stößen „abstottern". Hustenlösende Tees und Inhalationen mit Salbei oder Kochsalz können das „Abhusten" bei trockenem Husten erleichtern und die Schmerzen lindern. Trinken Sie etwa eine Tasse Lindenblütentee (s. unten) mit Honig pro Stunde. Wenn Sie überhaupt Schleimlöser brauchen, wechseln Sie das Teetrinken mit 100 mg Acetylcystein (ACC oder NAC) ab. Merke: Pro Tag höchstens 600 mg ACC – und nicht mit ASS verwechseln! Schleimlöser sollten Sie nur tagsüber (letzte Dosis spätestens 3 Stunden vor dem Schlafengehen) auf möglichst viele Einzeldosen verteilt und mit viel Flüssigkeit („großes Glas Wasser") einnehmen. „Hustenstiller" sollten sie nur nachts anwenden.

Schmerzen
Schmerzmittel (z.B. Paracetamol) sollten Sie nur einnehmen, wenn die Schmerzen unerträglich werden oder eventuell zur Nacht zum Einschlafen, da diese das Fieber senken. Auch wenn es bisher keine Studien dazu gibt, wird bei Verdacht auf das neue Coronavirus derzeit von Ibuprofen abgeraten.
Alternativ können Sie Strümpfe in lauwarmem Essig- oder Zitronenwasser tränken und die Matratze mit einem Handtuch abdecken, bevor Sie sich hinlegen.

Häufig treten Glieder- oder Rückenschmerzen mit Fieberinfekten auf. Sie können quälend sein. Leichte Bewegung kann den Schmerz lindern: Versuchen Sie, sich in der Bettwärme erst wie ein Embryo zusammen zu kuscheln und dann wieder lang ausstrecken, 3-5 Mal langsam im Wechsel. Auch Bürsten der Arme und Beine wird gelegentlich als lindernd empfunden. Gegen Kopfschmerzen hilft es in der Regel, halbsitzend im Bett zu liegen und sich ein Stirnband oder eine Mütze/Kappe anzuziehen. Unterstützend wirkt Ruhe. Vorübergehend können Hals- oder Ohrenschmerzen über 1-3 Tage auftreten. Wenn sie länger bleiben oder sehr heftig werden und nicht durch Wärme zu bessern sind, kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt. Setzen Sie Wärmeanwendungen (etwa Kartoffelwickel oder Gelpacks im Schal) auf der schmerzenden Region nur ein, wenn diese Ihnen guttun. Gegen Halsschmerzen können Sie auch mit lauwarmem Zitronenwasser, Tee oder Salzlösung gurgeln. Für die Salzlösung mischen Sie 1 EL Salz mit 1 L Wasser, dies sollten Sie aber nicht schlucken.

Magen-Darm-Beschwerden
Starker Schwarzer Tee, den Sie sehr lange ziehen lassen, hilft bei Durchfall. Ihren Magen können Sie mit ungesüßtem Pfefferminztee in kleinen Schlucken beruhigen, behalten Sie den Tee lange im Mund.

Nach der Fieberphase
Wenn Ihre Körpertemperatur am Abend (s.o.) über 2-3 Tage wieder unter 37 Grad beträgt, kann sich der Alltag langsam normalisieren. Meist fühlen Sie sich für 1-2 Wochen noch etwas schwach, bei Älteren mit Vorerkrankungen kann dies auch bis zu 2 Monate dauern. Nehmen Sie darauf bei Ihrer Tagesplanung Rücksicht, überanstrengen Sie sich nicht. In dieser Erholungsphase ist Ihr Körper nämlich anfälliger für weitere Infekte. Haben Patienten allerdings einen hochfieberhaften Infekt samt Erholungsphase gut überstanden, erleben sie oft eine infektfreie Zeit von 1-2 Jahren.

Bewährtes Tee-Rezept
Bei Fieber und Husten sind Lindenblüten- oder Salbeitee zu empfehlen. Jeweils mit etwas Honig regen sie den Körper an, Sekret zu bilden und zu lösen. Der Honig hilft zusätzlich einen Hustenreiz zu lindern. Für Lindenblütentee kochen Sie 2 EL Blüten mit 2 L Wasser leicht rund 30 Minuten.

24.3.2020:
die Zahlen steigen weiterhin, aber sie steigen langsamer. Dies könnte (bei aller Vorsicht) ein Hinweis auf Erfolg der ergriffenen Massnahmen sein. Die 100.000 werden wir am Wochenende nicht erreichen.

Nochmal:
das Virus wird vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen - von Mensch zu Mensch.
Sie schützen sich vor allem durch Abstand halten.
Mit weitaus geringerer Wahrscheinlichkeit erfolgt die Übertragung durch Anfassen von virusbedeckten Gegenständen und Berühren des Gesichts.
Sie schützen sich durch Vermeiden von Gesichtsberührung und durch Händewaschen nach Aufenthalt im nichthäuslichen Raum.
Je weniger Sie im öffentlichen Raum tätig sind, desto geringer die schon geringe Gefahr.

Zusammenfassung:
1. Halten Sie Disziplin: bleiben Sie zuhause
2. Halten sie die Hände weg vom Gesicht
3. Halten Sie Abstand
4. Halten Sie die Händehygiene ein
5. Halten Sie durch

Alles andere ist sekundär und kommt später. Sinnlos sind Mund-Nasenmasken im öffentlichen Raum. Im nichtmedizinischen Bereich brauchen Sie auch kein Desinfektionsmittel.
Neuigkeiten zum Virus gibts also erstmal keine mehr. Es wird Zeit, auch wieder in die Zukunft zu schauen.
Tests sind weiterhin für die meisten von uns verzichtbar (auch ich habe bislang keinen).
Antkörpertests sind schon verfügbar. Die jetzt verkauft werden, sind nicht sicher. Und sie sind nicht sinnvoll. Wer später wissen will, ob er/sie "es" hatte, kann das einfach per Blutentnahme beim Arzt und durchgeführt in einem zertifizierten Labor erfahren. Jetzt ist das nicht verfügbar.

Auch wir im Gesundheitssystem halten durch. Wir bleiben auf unserem Posten. Das kostet seinen Preis. Im Krankenhaus besteht für alle dort Arbeitenden Ansteckungsgefahr.
Die ist beim niedergelassenern Arzt sehr gering (sicher geringer als im Supermarkt): Termine werden nur nach telefonischer Anmeldung vergeben. es werden Leerräume zwischen die Patienten gelegt. Wir desinfizieren. Gefährdete Patienten werden von uns informiert, jetzt nicht das Haus zu verlassen.
Wenn Sie jetzt nicht mehr zum Arzt gehen, ist das nicht wirklich sinnvoll. Nicht umsonst, sind wir von den allgemeinen Kontaktverboten ausgenommen. Viele haben jetzt die Zeit, die sie sonst nie haben.
Sobald die Infektionswelle flacher wird, ist abzusehen, dass plötzlich alle Termine haben wollen, üblicherweise ist dann alles dringend. 20 Jahre Tätigkeit haben gezeigt, dass Ihre Besuche bei mir eine ganz eigene Ökonomie aufweisen. Die ist nicht nur von Corona, sondern auch vom Wetter und ganz andern Dingen beeinflusst.
Auch nach der "Krise" haben wir aber wieder nur eine bestimmt Anzahl von Terminen, und auch dann werden wir weiterhin aufpassen müssen, dass wir keine vollen Wartezimmer haben.
Dies und Budgetvorgaben werden verhindern, dass wir dann mehr Leute behandeln als vor der Pandemie.
Wenn Sie jetzt Ihre Termine (zum Teil ohne Absagen) nicht wahrnehmen, schädigen Sie sich und Ihre Ärzte. Bedenken Sie, dass eine Arztpraxis auch ein Kleinstunternehmen ist. Ihre niedergelassenen Ärzte erhalten kein Gehalt. Da liegt unsere Gefahr in der jetzigen Situation.

22.3.2020:
momentan scheint es so, als ob Corona nur noch Mathematik ist - mit potentiell tödlichen Folgen.
Sollten die Zahlen weiter so steigen wie bisher, dann würden rein hypothetisch Ende nächster Woche in Deutschland ca. 100.000 Menschen positiv getestet sein.
Dies trotz der Einschränkungen der demokratischen Rechte zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung des Virus.
Alle Änderungen werden frühestens in 7-10 Tagen sichtbar. Diese Zeitspanne entspricht der Inkubationszeit bis zum Auftreten erster Symptome. Danach würden weitere 7 Tage vergehen, bis einigermaßen sicher nur noch von einem linearen  Ansteigen gesprochen werden kann. Wir werden keine schnellen Erfolge sehen.
All das gilt sowieso nur, wenn wir als Gesellschaft verstehen und entsprechend handeln.
Das Virus ist unsichtbar und so lange eine sehr abstrakte Bedrohung, bis wir selbst krank werden. Oder bis jemand stirbt, den wir persönlich kannten.
Noch immer gibt es viele Menschen, die offensichtlich nicht sehen können oder wollen. Bitte nehmen Sie die Verordnungen ernst. Sie sind leider angemessen.
Egal, was vorher wichtig war. Wenn wir die exponentielle Phase der Ansteckungen nicht beenden können, sind alle anderen Belange letztendlich bedeutungslos. Sie können das furchtbare Ausmaß in Italien und demnächst sicher auch in den USA beobachten.

Manches erscheint absurd, auch mir: warum riskieren Pfleger/innen im Krankenhaus ihr Leben, Verkäufer/innen setzen sich einem Infektionsrisiko aus, aber Gerichtsverhandlungen werden ausgesetzt? Hört der Staat auf, Recht zu sprechen? Ausgerechnet jetzt? Trotz aller Ordnungsmöglichkeiten, die bei Gericht zur Verfügung stehen?

Die Medien haben noch immer nicht den Weg zurückgefunden zu verantwortungsvoller und sorgfältiger Recherche und Berichterstattung anstelle von Sensationsmeldungen und Quotendenken.Selbst sonst verantwortungsvolle Erzeugnisse wie die Süddeutsche Zeitung lassen zum Teil angebliche Experten zu Wort kommen, die weder kompetent, noch vernünftig sind.

Manche nehmen die Gefahr nicht ernst, andere gehen nur noch mit Handschuhen und Atemmasken aus dem Haus. Beides ist nicht sinnig. Erneut: der Hauptübertragungsweg geht von Mensch zu Mensch. Abstand halten, zuhause bleiben, sinnvoll Hände waschen, nicht ins Gesicht fassen - das sind sinnvolle Maßnahmen.

Ab der kommenden Woche werden die Krankenhäuser zunehmend unter Druck geraten, auch das eine Folge der Mathematik der Infektion.
Gleichzeitig werden langsam und endlich Schutzprodukte zumindest wieder bei den Ärzten auftauchen, die wir seit Wochen dringend brauchen. Damit können wir unseren Aufgaben wieder besser nachkommen als zuvor. Wir werden zunehmend andere Wege finden: Videosprechstunde, Hausbesuche....in dieser Situation muss und wird alles neu gedacht werden.
Diese "Krise" wird andauern.
Ich glaube nicht, dass ein geeordneter Betrieb an den Schulen und vielen anderen Orten im herkömmlichen Sinne vor Juni wieder möglich sein wird, evtl. in diesem Schuljahr überhaupt nicht mehr.
Eine Lockerung der Sperren würde rasch zu erneutem Ansteigen der Infektionsfälle führen.
Sobald der Übergang von einer exponentiellen zu einer linearen Phase geschafft ist, müssen die Tests ausgeweitet, die Strukturen im System gestärkt werden. Die Stellen, die jetzt fehlen, müssen geschaffen und besetzt werden. Statt whiteboards an den Schulen anzuschaffen, müssen digitale Strukturen zur Unterrichtung und im Bereich des Gesundheitswesens geplant und endlich umgesetzt werden. Heilige Kühe müssen geschlachtet und manch alter Zopf muss abgeschnitten werden. Bei einem weiterbestehenden föderalen System muss ein Datenabgleich in Echtzeit möglich sein, der öffentliche Gesundheitsdienst muss wiederbelebt werden. Die Produktion von essentiellen Gesundheitsprodukten im Land bzw. in Europa muss gesichert sein.
Fantasie und Improvisationsvermögen, sowie großes Engagement sind die Grundvorausetzung.
Man sieht: viele Menschen sind dazu fähig, unsere Politiker bemühen sich offensichtlich.
Bleiben Sie gesund!

20.3.2020:
Die Verhängung der Ausgangssperre steht unmittelbar bevor. Das war Aufgrund des unverantwortlichen Verhaltens vieler Bürger auch nicht anders zu erwarten. Das Problem wird andauern. Unsere Politiker müssen und werden einen Mittelweg zwischen Überlastung der Reserven des Gesundheitssystems und dem kompletten Abwürgen der Wirtschaft finden. Das bedeutet Bestimmungen werden mal mehr, mal weniger gelockert.
Persönlich glaube ich nicht an einen halbwegs normalen Betrieb im öffentlichen Leben vor dem Sommer oder gar Herbst. Dies hängt davon ab, was Priorität hat: Verhinderung der Ausbreitung oder Normalbetrieb. Und natürlich von der Einsicht aller.

Die Videosprechstunde in meiner Praxis ist jetzt etabliert.
AB SOFORT können Patienten auch per Videokonferenz in die Sprechstunde kommen.
Technische Vorraussetzungen:
Internetverbindung, internetfähiges Endgerät mit Kamera und Mikrofon
Formale Vorraussetzungen:
Vorliegen Ihrer Gesundheitskarte und/oder Ihrer Daten.

Sie melden sich zur Videosprechstunde an, erhalten eine Email mit einem link. Sie wählen sich dann mit einem von mir mitgeteilten Zugangscode ein.
Das System wird sicher am Anfang hakeln, allein schon wegen der Überlastungs aller Kanäle. Haben Sie etwas Geduld. Das gilt ja momentan für alle Belange.

19.3.2020:
weiterhin stehen wir Ihnen uneingeschränkt zur Verfügung.
Aufgrund der Lage treibt viele Manschen die Frage um, ob sie bei Infektzeichen am Coronavirus erkrankt sein könnten, ob sie sich testen lassen müssen, wie sie sich verhalten sollen.
Zunächst gilt für alle: im Zweifel VERHALTEN Sie sich so, als ob !
Solange es Ihnen sonst gut geht, besteht kein Grund zur Panik und keine Eile.
Melden Sie sich hier telefonisch.
Es gibt einen Selbsttest der Charité, den sie hier finden.

18.3.2020:
Inzwischen gibt es offizielle Zahlen, wie viele Menschen in Deutschland getestet wurden.
Die Zahlen zeigen nur, dass es eine riesige Dunkelziffer an Infizierten geben muss.
Die Situation derzeit ist so schlimm, weil Ärzte und Gesundheitssystem für Politiker in der Vergangenheit zunehmend nur noch als lästig empfunden worden sind. Seit einiger Zeit fährt man Schlitten mit diesem Berufsstand. (Die niedergelassenen Ärzte haben bis zum heutigen Tag keine Informationen der verantwortlichen Gesundheitsbehörden erhalten. Man sucht sich die Informationen aus dem internet.) Das ist so und wird auch nach Bewältigung der Krise genau wieder so sein. Denn Ärzte sind für jeglichen Wahlausgang unerheblich.

Das öffentliche Leben verlangsamt sich, oder kommt zum Stillstand. Wir müssen jetzt alle abwarten und uns intelligent und solidarisch verhalten.
Ärzte haben ein STAATSexamen abgelegt. Das war mühsam, und es verpflichtet. Wir können im Notfall jederzeit zu anderen Aufgaben verpflichtet werden.
Das trifft sich aber genau mit unserer Ethik. Wir arbeiten für die Allgemeinheit !
Bislang ist die Not aber nicht so groß. Unsere Praxen bleiben offen - uneingeschränkt.
Baldmöglichst wird zusätzlich eine Videosprechstunde etabliert sein.
Ansonsten sollte die Arztpraxis der Ort sein, wo das Infektionsrisiko am geringsten ist. Ich bin gesund, obwohl ich schon viele Infektpatienten gesehen habe.
Wir achten darauf, dass niemals mehr als zwei Menschen gleichzeitig in der Praxis sind. Abstände können eingehalten werden, es wird desinfiziert.
Verschieben Sie geplante Arzttermine nicht. Bleiben Sie auch sonst gesund. Krank werden in irgendeiner Hinsicht ist nicht hilfreich. Kankenhausbehandlungen sollten möglichst unterbleiben.

15.3.2020:
Alle Vorhersagen sind leider eingetreten.
Nicht nur sind die Schulen (endlich) geschlossen, inzwischen sind Grenzschließungen Realität, ein allgemeiner shutdown wie in anderen europäischen Ländern ist hochwahrscheinlich.
Die offiziellen Fallzahlen repräsentieren meines Erachtens etwa ein Drittel der tatsächlich Erkrankten. Die Zahl der wenig symptomatisch infizierten Menschen mag noch höher sein.
Weiterhin gibt es keine offiziellen Daten darüber, wie viele Tests überhaupt in Deutschland durchgeführt wurden. Dementsprechend kann ich nicht einschätzen, wie viele unerkannte Fälle man annehmen sollte. Weiterhin bestehen unzureichende Möglichkeiten für eine Testung erkrankter Personen. Weiterhin gibt es zu lange Zeitverzögerung bis zum Testergebnis, weiterhin herrschen vor: uneinheitliches Vorgehen, Mangel an zentraler Information an (vor allem niedergelassene) Ärzte und Allgemeinheit.
Sicher ist: die Virusausbreitung ist in der steilen exponentiellen Phase. Die Verfolgung der Ausbreitungswege ist komplett sinnlos geworden. Durch das lange Zögern der Verantwortlichen kann jetzt nur noch Schadensbegrenzung erfolgen. Die Ausbreitung wird weiter fortschreiten. Unverantwortlicherweise wurden auch die Kommunalwahlen ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen einfach durchgezogen. In den folgenden Wochen wird das Ausmaß der Infektionswelle sichtbar werden.

Was bedeutet die für Sie:
Jeder Mensch mit einer Atemwegsinfektion (Nase, Hals, Bronchien, Lunge) ist potenzieller Corona-Träger.
Ab einer kritischen Zahl Erkrankter ist auch jeder gesunde Mensch als potenzieller Überträger anzusehen (da er sich im angesteckten aber noch nicht symptomatischen Stadium befinden kann).

Übetragen wird das Virus von Mensch zu Mensch auf folgenden zwei Wegen:
a. direkt per Tröpfcheninfektion (Anhusten/-Niesen, beim Sprechen)
b. indem man Gegenstände anfasst, auf denen das Virus kurz zuvor deponiert wurde (Türklinken, Griffe in öffentlichen Verkehrsmitteln, etc.)
c. außerhalb von lebenden Organismen sterben die Viren rasch ab.

Daher gilt jetzt die (auch von der Kanzlerin ausgesprochene) Empfehlung, soziale Kontakte zu minimieren.
Zu den schon zuvor von mir empfohlenen Maßnahmen ist jetzt zu konkretisieren:

1. ab jetzt vergessen Sie bitte den Modus, in dem Sie bislang gelebt haben, und schalten Sie komplett um: unser Leben war zu hektisch, zu geschwindigkeitsmaximiert, zu egoistisch.

2. Gesunder Menschenverstand, Orientierung am Gemeinwohl, Verlangsamung, Nachbarschaftshilfe sind nun die Gebote der Stunde. Es ist nahezu egal, wann etwas getan ist. Wer die Vorsichtsmaßnahmen ignoriert, wird die Aufgabe gar nicht zu Ende bringen. Wir sind auf das Verantwortungsbewusstsein aller angewiesen, damit die sich anbahnende Katastrophe zeitlich begrenzbar ist, und wir nach deren Ende wieder anpacken können, um die Scherben zusammenzukehren und nach vorne zu schauen.

3. Fragen Sie Ihre Eltern oder Großeltern, wie man sich gesund hält und gesund ernährt. Wir nach 1960 geborenen haben fast durchgehend keine Ahnung mehr, wie das funktioniert. Das können Sie daran ermessen, was die Hamsterkäufer im Supermarkt mitnehmen. Unsere Älteren wissen das noch! Reden können wir zum Glück mit allen auch übers Telefon (das ist die Funktion, die sich irgendwo in Ihrem smartfon verbirgt)

4. der Frühling macht sich bemerkbar: gehen Sie raus und bewegen sich (Gehen, Fahradfahren). Dabei kann man sogar reden, ohne sich sehr nahe kommen zu müssen.
Gehen Sie NICHT ins Kino, in die Kneipe, zum Tanzen, ins Sportstudio (sofern diese Institutionen nicht schon geschlossen wurden). Benutzen Sie ausnahmsweise keine öffentlichen Verkehrsmittel. Fahren Sie Fahrrad ! Treibstoff ist gerade billig. Trotz der Klimaproblematik ist ein PKW ansonsten momentan besser: erstens gehen viele schon nicht mehr zur Arbeit, zweitens hat der Wahnsinn des Kinder-in-die Schule-Bringens zum Glück zwangsweise aufgehört, drittens sind die Emissionen schon wegen der Beschränkung des Flugverkehrs momentan stark rückläufig.

5. Benutzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand, um diese Regeln analog auf andere Situationen anzuwenden, die hier nicht erwähnt wurden. Wenn Sie sich überlegen, wie sich das Virus verbreitet, dann wissen Sie auch, was Sie definitiv momentan unterlassen sollten.

6. Alkohol und Zigarettenrauchen schädigen die Immunität genau so, wie harmlose Virusinfekte (wenn Sie eine Erkältungskrankheit haben, können Sie sich natürlich zusätzlich mit dem Coronavirus anstecken). Übertriebene sportliche Betätigung und sinnlose Diäten ebenso. Verhalten Sie sich entsprechend.

7. Glauben Sie keine dumme Gerüchte. Schuld sind weder die Chinesen, noch die Amerikaner, noch die Juden/Araber/Immigranten oder die Schwulen. Keiner, oder wir alle sind „schuld".
Es gibt Menschen die nicht husten, weil sie mit Corona infiziert sind, sondern weil sie chronisch lungenkrank (nicht infektiös!) sind. Allerdings sind diese Menschen Risikogruppe Nummer eins und sollten sich aktuell tatsächlich aus der Öffentlichkeit fern halten – zum Selbstschutz

8. Möglicherweise profitieren wir alle von dieser Krise. Zunächst wird es hart werden für alle. Aber vielleicht besinnen wir uns nach 20 Jahren ungebremstem Egoismus erneut auf gemeinsame Grundwerte. Unsere Politiker sind in diesen Jahren vor allem damit beschäftigt gewesen, ihre eigene Karriere und das Wachsen der Wirtschaft zu befördern. Manches haben sie dabei vernachlässigt. Momentan hat sich der Ton schon verändert, viele machen ihren Job mit Anstand und Engagement. Und viele werden sehen, dass man wieder gewählt wird, wenn man das tut, was notwendig ist!
International werden sich unterdrückte Völker vielleicht erheben können (Iran), Furchtbare Staatenlenker mögen untergehen (Türkei, Syrien, USA), mit sehr viel Glück kann dieses Virus sogar Kriege unterbrechen.
Und wir lernen vielleicht wieder, was alles nicht unbedingt zum Leben gehört.

9. wir werden Sie weiterhin in der Praxis betreuen und behandeln. Das geht evtl. nicht immer unter Vermeidung aller Unannehmlichkeiten für Sie. Zum Beispiel werden die Abstände zwischen den Bahndlungen so gewählt, dass sich möglichst wenige Mneschen in der Praxis begegnen. Es kann auch vorkommen, dass wir Sie mal zum Warten im Treppenhaus auffordern. Menschen mit Atemwegsinfekten werden grundsätzlich gegen Ende der Sprechstunde behandelt.
Bitte stellen Sie keine Fragen per E-mail. Das Datenschutzgesetz ist weiterhin eine heilige Kuh. Diese verhindert, dass ich antworten kann. Rufen Sie bitte an. Sie werden mich immer persönlich sprechen können, wenn auch vielleicht nicht sofort.

11.3.2020:
dies ist das Originalfoto der homepage des Bayrischen Gesundheitsministeriums (bayrisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege). Hier sehen sie die special task force Corona https://www.stmgp.bayern.de/vorsorge/infektionsschutz/infektionsmonitor-bayern/

Task force Corona stmgp

Das Bild beweist: nur die Allerkompetentesten sorgen hier für Ihr Wohlergehen. Ihnen kann eigentlich nichts mehr passieren.
Spass beiseite:
In Bayern funktioniert momentan noch nicht viel, wenn es um die Testung von Verdachtsfällen geht: die Hausärzte testen nicht, weil ihnen die Schutzkleidung fehlt und sie sich auch keine beschaffen können. Das Gesundheitsamt verweist an die Hausärzte. Die hotline 116 117 ist im Prinzip nicht erreichbar. Ein Hausbesuchsdienst konnte bislang nicht etabliert werden.
Es ist anzunehmen, dass die Statistik der Fallzahlen in Bayern und in Deutschland deshalb auch weit unter der tatsächlichen Fallzahl liegt.

Für Sie persönlich bedeutet das weiterhin in der Regel NICHTS !
Wenn Sie Symptome eines grippalen Infektes haben, gehen Sie bitte davon aus, dass dieser auch durch Coronavirus verursacht sein KÖNNTE.
Es ist zwar wissenschaftlich bedauerlich und schlecht für die weitere Ausbreitung, keine Klarheit zu erlangen, aber die Behandlung würde sich auch nach einem Test nicht ändern:
Wenn Sie sich einfach "nur" krank fühlen, rufen Sie Ihren Arzt an und besprechen Sie das weitere Vorgehen. Informieren Sie Ihren Arbeitgeber, und bleiben Sie ZUHAUSE.
Ein Test ist für Sie persönlich nur relevant, wenn es darum geht, wann Sie wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren können, also nur in einem sehr formalen Sinn.
Wenn Ihr Hausarzt Sie untersuchen muss, wird das in einem Zeitfenster passieren zu dem keine gesunden Patienten in der Praxis sind.
Die "normalen" Untersuchungen werden wie gewohnt durchgeführt. Zu diesen Zeiten besteht auch keine Ansteckungsgefahr in der Praxis.

Sollte es Ihnen schlechter gehen, ist eine Krankenhausbehandlung zu erwägen. Auch hier wird Ihr Arzt alles für Sie organisieren. Getestet werden Sie dann sowieso. Die Krankenhäuser verfügen über die entsprechende Schutzkleidung, und es besteht offiziell auch noch kein Engpass bei der Versorgung.

Die Zahlen werden weiter steigen.
Risikopatienten im strengen Sinne gibt es nur wenige. Weiterhin gilt: die meisten werden nur harmlose Symptome verspüren. Ich bin sicher, schon einige Coronapatienten behandelt zu haben. Alle hatten die Symptome, die in etwa einer Influenza entsprachen.
Es fuchst mich gewaltig, dies nicht genauer zu wissen. Aber momentan gibt es keine Option für Tests, solange die Behörden nicht sicherstellen, dass niedergelassene Ärzte über Schutzkleidung verfügen.

6.3.2020:
von vorgestern auf heute hat sich die Zahl der Coronafälle (oder -Diagnosen ?!) mehr als verdoppelt. Wie erwartet sind wir jetzt also in die exponentielle Phase eingetreten. Anzunehmen ist ab jetzt mindestens eine Verdopplung alle zwei Tage.
Der initiale Focus in Nordrheinwestfalen muss als Zufall angesehen werden. Eigentlich war zu erwarten, dass eine größere Häufung in den südlichen Bundesländern auftreten wird. Das Ende der Faschingsferien ist jetzt 5 Tage her, langsam werden die in Italien angesteckten Menschen symptomatisch. Einige Schulen sind inzwischen geschlossen.

Ich erwarte, dass Ende nächster Woche auch in Bayern alle Schulen geschlossen werden.
Infektiologisch gesehen, alles viel zu spät. Die Behörden lavieren weiterhin.

Obige Vermehrungsdynamik vorausgesetzt, muss demnächst jeder Mensch mit Husten als potenzieller Coronaüberträger angesehen werden.
Während das Problem bislang vor allem bei Primärversorgern (Kinder- und Hausärzte) auftrat, wir mit zunehmender Fallzahl jede Arztgruppe betroffen sein. Da die Virusausscheidung in dem (asymptomatischen) Tag vor Ausbruch von Krankheitssymptomen mit am höchsten ist, sind dann auch irgendwann gesunde Menschen als potenzielle Überträger anzusehen.
Ab diesem Punkt müssten dann alle Ärzte beständig "vollverkleidet" mit Infektionsschutz arbeiten, um weitere Übertragungen zu vermeiden und sich selbst und den Praxiserhalt zu schützen. Eine absurde und nicht zu realisierende Vorstellung
Dieses Gedankenspiel zeigt, dass bald jegliche halbherzige Politik der Eindämmung gescheitert sein wird.
Danach gibt es zwei theoretische Möglichkeiten:
a. Stillegung des öffentlichen Lebens für mindestens drei Wochen, Ausrufung des Ausnahmezustandes.
b. das Leben geht weiter wie bisher, wir schauen einfach mal, was passiert, wenn man nichts tut.

Falls Option a. überhaupt in Frage kommt, dann wäre man aus infektiologischer Sicht gut beraten, dies möglichst bald zu tun.

Allen Nichtpolitikern rate ich zu Gelassenheit, etwa nach dem Motto:
"Ich freue mich, wenn das Coronavirus da ist. Denn wenn ich mich nicht freue, ist es trotzdem da"

P.S.: Das Land, aus dem das Virus kommt, hat auch Lösungsansätze.
In Wuhan wurden während der Epidemie leichtere und schwere Fälle erfolgreich mit Kräutermedizin behandelt.
Wie immer ist auch in diesem Fall der Vorteil der Traditionellen Chinesischen Medizin, dass die Virusart für die Behandlung gänzlich unerheblich ist.
Die Fälle wurden dokumentiert und publiziert.
Auch mit Fertigarzneimitteln ist sowohl eine Vorsorge als auch ein Therapie unmittelbar nach Erkrankungsbeginn erfolgreich durchzuführen.
Unglücklicherweise führt z.B. die Bayrische Landesregierung eine erbitterte Fehde gegen diese Art der Medizin, sodass die Fertigpräparate nicht mehr in den Apotheken verkauft werden dürfen.
Solange frische Kräuter noch vorrätig sind, ist allerdings eine Behandlung auch hier möglich.

5.3.2020:
Wie zu erwarten war, nimmt die Verbreitung des Virus jetzt Fahrt auf.

Ab 30. Dezember 2019 geschah ähnliches in Wuhan:

Corona.Wuhan

(www.nejm.org)
Zu sehen ist eine exponentielle Vermehrung, bis die Autoritäten geeignete, wenn auch drastische, Maßnahmen ergriffen haben.
Kurz danach war offensichtlich, dass dieses Virus in einer komplett globalisierten Lebensform sein Weg in alle anderen Kontinente schaffen würde – per Flugzeug, und auf dem Landweg.
An diesem Punkt hätten Regierungen beginnen müssen, die Notfallpläne zu kontrollieren (sofern diese existieren)
Als das Virus in Italien angekommen war, hätte die erste Stufe eines wie auch immer gearteten Notfallplanes in Kraft gesetzt werden müssen:
- Information aller Ärzte
- Inventur der verfügbaren Mittel

Ende letzter Woche noch hätten die Autoritäten das völlig planlose Handeln aller Beteiligten beenden müssen und durch zentral koordinierte Maßnahmen ersetzen können.
Was ist stattdessen passiert:

Viele Reden mit wenig Inhalt seitens der staatlichen und Landesbehörden und deren Vertreter
Medien, die die immer gleichen Sprüche der immer gleichen „Laut-Sprecher" wiedergeben, statt zu recherchieren, gesunden Menschenverstand walten zu lassen, oder sich klar erkennbare Expertenmeinungen anzuhören:
https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html
Die heutige Pressekonferenz des Krisenstabes der Bundesregierung beweist lediglich die Hilflosigkeit der Verantwortlichen und das Fehlen eines Konzepts.
Es ist bestenfalls drollig, jetzt den Export von Schutzausrüstung zu verbieten.
und das mantraartige Wiederholen eines „momentan ist es noch nicht so weit" ist schlichtweg falsch, möglicherweise gelogen.

Dem Vernehmen nach verfügt das bayrische Rote Kreuz über keine Schutzausrüstungen. Nachschub ist nicht beschaffbar. Infektiöse Patienten werden dem Vernehmen nach inzwischen weit außerhalb Münchens behandelt. Dies wundert nicht. Die tatsächlich im Gesundheitssystem Arbeitenden tun dies seit Jahren immer mehr am Anschlag. Wo sollen die Reserven im Notfall generiert werden?
Alle niedergelassenen Ärzte verrichten Ihre Arbeit seit Wochen nicht nur ohne jegliche Information der Landesbehörden, sondern auch schutzlos (da ohne Schutzmaterial).
Wer die Erkrankungsdaten bei WHO und RKI vergleicht, dem fält auf, dass die in Deutschland erfassten Erkrankungsfälle mit erheblicher Verzögerung gemeldet werden. Währenddesen scheinen Staaten wie Italien Ihre Daten mehrfach täglich zu aktualisieren.
Für Bayern wurden in den letzten Tagen außer durch das RKI keine offizellen Zahlen verlautbart.
Es ist anzunehmen, dass die gemeldeten Zahlen insgesamt viel zu niedrig liegen: die ersten Ansprechpartner, Kinder- und Hausärzte, können sich sicher sein, dass nach Diagnosestellung einer Coronainfektion ihre Praxis geschlossen wird. Merkwürdigerweise wird ausgerechnet hier stringent und in voller Härte für die Betroffenen der Infektionsschutz angewendet. Dementsprechend werden die Ärzte die Diagnostik (widerwillig) eben nicht durchführen. Für die Patienten bleibt die Diagnosestellung bezüglich der Behandlung sowieo ohne Konsequenz.

Währenddessen beweisen andere Staaten, dass durchaus auch andere Maßnahmen getroffen werden können (in Österreich ist schon letzte Woche ein Hausbesuchsdienst eingerichtet worden, Frankreich beschlagnahmt Schutzausrüstungen, Italien macht Schulen dicht, Israel beschränkt Einreisen).

Es gilt weiterhin:
die meisten von Ihnen werden wahrscheinlich maximal zu befürchten haben, zwei Wochen in häuslicher Quarantäne zu verbringen. Das Virus erzeugt nur wenige schwere Fälle, die Sterblichkeit ist (vergleichsweise) gering.
Diese Epidemie (eine Pandemie wird immer wahrscheinlicher) zeigt vor allem das Versagen des modernen Staates (nicht nur) im Bereich der Vorsorge:

Aus politischem Kalkül wurde das Gesundheitssystem immer mehr kommerzialisiert. Der freie Markt soll alles richten. Der freie Markt funktioniert wahrscheinlich recht ordentlich, sofern er profitable Systeme regelt.
Ein Gesundheitssystem, das den Namen verdient, kann nicht profitabel sein, sondern allenfalls gerade eben kostendeckend. Hier müssen die Mechanismen des freien Marktes versagen.
Eventuell war das Kalkül einer Kosten-Nutzen-Rechnung, dass es schon nicht so schlimm kommen werde. Und dass z.B. das Kaputtsparen des öffentlichen Gesundheitsdienstes billiger sein würde, als Strukturen vorzuhalten und Menschen für ihre Arbeit zu bezahlen.
Momentan sieht es so aus, als ob die Kosten der vom Coronavirus erzeugten wirtschaftlichen Ausfälle deutlich teurer werden. Zudem erkranken und sterben Menschen, die man hätte schützen können und müssen. Seit SARS und der Schweinegrippe hätte vorgesorgt werden müssen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn die Realität meine Überlegungen Lügen straft. Es sieht aber nicht so aus.
Wenn Sie an IRGENDEINER Atemwegsstörung erkranken, rufen Sie bitte zunächst in der Praxis an. Machen Sie sich keine Sorgen! Das Problem ist nicht die Gefährlichkeit des Erregers, sondern sein massenhaftes Auftreten.

 

2.3.2020:
Inzwischen haben die offiziellen Stellen endlich dahingehend reagiert, dass ein Hausbesuchsservice angeboten werden soll.
Wenn also ein begründeter Verdacht besteht, dass ein Test notwendig sein kann, dann werden betroffene Personen zuhause besucht, um die Diagnostik durchzuführen.
Rufen Sie zunächst hier an, um zu klären, ob dies sinnvoll ist.

27.2.2020
Informationen des RKI https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

Hinweise zum ambulanten Management von COVID-19-Verdachtsfällen

Stand: 26.2.2020

Hintergrund

Zur Sicherstellung einer optimalen Patientenversorgung und bestmöglichen Verhinderung einer Weiterverbreitung von Infektionen in der Bevölkerung, wird die unmittelbare diagnostische Abklärung von Verdachtsfällen empfohlen. In bestimmten Situationen, in denen eine stationäre Aufnahme unter klinischen Gesichtspunkten nicht notwendig ist, kann bei Erfüllung gewisser Voraussetzungen (siehe Tabelle) dies in der ambulanten Betreuung erfolgen.

Leicht erkrankte Patienten ohne Risikofaktoren für Komplikationen (z.B. Immunsuppression, relevante chronische Grunderkrankungen, hohes Alter, Schwangerschaft) können bei Gewährleistung einer ambulanten Betreuung durch einen behandelnden Arzt - sowie im Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsamt im Falle eines begründeten Verdachtsfalls - bis zum Vorliegen der endgültigen Untersuchungsresultate zur Bestätigung oder zum Ausschluss einer COVID-19-Verdachtsdiagnose in das häusliche Umfeld zurückkehren.

Die Betreuung umfasst den telefonischen oder persönlichen Kontakt zum Patienten sowie die Aufklärung des Patienten und seiner Angehörigen über das korrekte Vorgehen hinsichtlich der geeigneten Hygienemaßnahmen zur Verhinderung einer möglichen Infektionsweitergabe an gesunde Angehörige und über das richtige Verhalten im Falle einer Zustandsverschlechterung des Patienten bzw. eines Symptomauftretens bei Angehörigen.
Voraussetzungen
Patient Umfeld

Leichter Erkrankungsgrad
Fehlen von Risikofaktoren für Komplikationen (Immunsuppression, relevante chronische Grunderkrankungen, hohes Alter, Schwangerschaft etc.)
Compliance bzgl. der Verhaltensempfehlungen

Unterbringungsmöglichkeit in einem gut belüftbarem Einzelzimmer
Ambulante Betreuung durch behandelnden Arzt
Kontakt zum zuständigen Gesundheitsamt im Falle eines begründeten Verdachtsfalls
Je nach Notwendigkeit Hilfestellung durch eine gesunde Betreuungsperson ohne Risikofaktoren (siehe linksseitig)

Empfehlungen für die betroffene Person
1. Unterbringung und Kontakte

Stellen Sie nach Möglichkeit eine Einzelunterbringung in einem gut belüftbaren Einzelraum/ Zimmer sicher. Empfohlen ist regelmäßiges Lüften in allen Räumen, in denen Sie sich aufhalten.
Begrenzen Sie die Anzahl und Enge Ihrer Kontakte bestmöglich, insbesondere gegenüber Personen, die einer Risikogruppe angehören (Immunsupprimierte, chronische Kranke, ältere Personen, Schwangere). Empfangen Sie keinen unnötigen Besuch.
Haushaltspersonen und eventuelle Besucher sollten sich in anderen Räumen aufhalten oder, falls dies nicht möglich ist, einen Mindestabstand von mindestens 1 m – 2 m zu Ihnen einhalten. Alternativ: die Nutzung gemeinsamer Räume sollte auf ein Minimum begrenzt werden und möglichst zeitlich getrennt erfolgen.
Stellen Sie sicher, dass Räume, die von mehreren Personen genutzt werden (z. B. Küche, Bad) regelmäßig gut gelüftet werden.

2. Hygienemaßnahmen

Wie bei Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen schützen Husten- und Nies-Etikette, gute Händehygiene sowie Abstand zu solchen Erkrankten (ca. 1 bis 2 Meter) auch vor einer Übertragung des neuartigen Coronavirus.

Händehygiene:

Händehygiene sollte vor und nach der Zubereitung von Speisen, vor dem Essen, nach dem Toilettengang und immer dann durchgeführt werden, wenn die Hände sichtbar schmutzig sind. Führen Sie die Händehygiene mit Wasser und Seife durch.
Bei Verwendung von Wasser und Seife sind Einweg-Papiertücher zum Trocknen der Hände das Mittel der Wahl. Wenn nicht verfügbar, verwenden Sie Handtücher und tauschen Sie diese aus, wenn sie feucht sind.
Gesunde sollten nicht dieselben Handtücher verwenden wie Erkrankte.
Wenn die Hände nicht sichtbar verschmutzt sind, kann alternativ zu Händewaschung ein hautverträgliches Händedesinfektionsmittel auf Alkoholbasis verwendet werden, das mit mindestens „begrenzt viruzid*" bezeichnet ist. Achten Sie auf die Sicherheitshinweise der Händedesinfektionsmittel.

Husten- und Nies-Etikette:

Husten- und Nies-Etikette sollte jederzeit von allen, insbesondere von kranken Personen, praktiziert werden. Sie umfasst das Abdecken von Mund und Nase während des Hustens oder Niesens mit medizinischen Masken, Taschentüchern oder gebeugtem Ellbogen, gefolgt von Händehygiene.

Entsorgen Sie Materialien, die zum Abdecken von Mund oder Nase verwendet werden, oder reinigen Sie sie nach Gebrauch entsprechend.
Handschuhe, Taschentücher, Masken und andere Abfälle, die von kranken Personen oder bei der Pflege von kranken Personen erzeugt wurden, sollten vor der Entsorgung mit anderem Hausmüll in einem mit einer Auskleidung versehenen Behälter im Krankenzimmer aufbewahrt werden.

3. Vorgehen bei akuter Zunahme der Beschwerden

Ihr ambulant betreuender Arzt sollte gemeinsam mit Ihnen das Vorgehen im Falle einer notfallmäßigen bzw. außerhalb der üblichen Erreichbarkeiten eintretenden, akuten Zunahme Ihrer Beschwerden im Vorhinein festlegen. Dieses sollte sowohl das aufnehmende Krankenhaus, die mitzuführenden Unterlagen als auch das geeignete Transportmittel dorthin umfassen.


24.2.2020:
lange habe ich gezögert, diese Information ins Netz zu stellen. Aber wegen des offensichtlichen Fehlens eines Konzeptes der offiziell zuständigen Stellen und des explosionsartigen Auftretens von Krankheitsfällen in Italien nun folgende Informationen:

Seit Jahren erwarten Infektiologen eine pandemieartige Ausbreitung einer Viruserkrankung. Das könnte z.B. die Influenza („Grippe") sein, die bei uns meist in den ersten Monaten des neuen Jahres auftritt und statistisch gesehen sowohl viele Arbeitsausfälle als auch Todesfälle verursacht. Daher auch die beständige Erinnerung, sich impfen zu lassen.

Das Coronavirus ist für eine ganz ähnliche Erkrankung verantwortlich: es entsteht ein fieberhafter Infekt, der (wie bei der Influenza) schwere Verläufe und Todesfälle nach sich ziehen kann.
Die Inkubationszeit scheint länger als eine Woche zu sein.

In Europa sind bislang nur einzelne Fälle aufgetreten, alle hatten „chinesische Kontakte".
Nun aber sind in Norditalien explosionsartig über 100 Fälle bekannt geworden, der Indexpatient (der ursprünglich angesteckte Patient) ist unbekannt, tausende Deutsche sind wegen der Faschingsferien in Italien. Das ist eine prinzipiell ungünstige Ausgangssituation.
Es ist theoretisch möglich, dass das Virus sich nun auch in Europa ausbreiten wird.

Grund zur Panik besteht nicht, das Virus ist auch nicht ansteckender als die Influenza, die die meisten von Ihnen bislang nicht wirklich geängstigt hat.
Folgende Verhaltensmaßnahmen sind aber sinnvoll:

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Körper genügend Abwehrkräfte hat:
Essen und trinken Sie gesund, Alkohol in Maßen, rauchen Sie nicht, schlafen Sie ausreichend.
Halten Sie Abstand zu hustenden und niesenden Fremdpersonen.
Waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Wasser und Seife, nachdem Sie im öffentlichen Raum Hautkontakt mit Dingen hatten, die von vielen Menschen angefasst werden. Menschen mit problematischer Haut können stattdessen z.B. Cetaphil benutzen.
Halten Sie die Hustenetikette ein: Husten/Niesen in die Ellenbeuge
Das sind alles Dinge, die immer und sowieso gelten.

Nicht sinnvoll:
- vorsorgliche Medikamenteneinnahme
- Tragen von Mundnasenschutz (Atemmasken)

Wenn Sie mit einem Atemwegsinfekt erkranken:
- Gehen Sie NICHT unangemeldet in eine Praxis oder eine Notfalleinrichtung. Rufen Sie zuvor an, falls Sie Fieber und Husten haben. Weder Arztpraxen, noch Bereitschaftspraxen können das Coronavirus feststellen. Das geht nur im Krankenhaus. Am Telefon kann ein Arzt die Wahrscheinlichkeit beurteilen, dass Sie tatsächlich mit Coronavirus erkrankt sind. Es kann dann ein Transport in ein geeignetes Krankenhaus erfolgen.
Ich habe aus diesem Grund vorübergehend die online Reservierung für bestimmte Termine meiner Praxis deaktiviert.
- Halten Sie Distanz zu nicht erkrankten Personen
- Gehen Sie nicht krank zur Arbeit (eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung darf auch im Nachhinein erstellt werden.) Auch hier: rufen Sie Ihren Arzt an!